Halli Hallo, ihr Lieben!

Gestern fand mein heiß ersehnter Aquarell Workshop statt. Darauf hatte ich mich schon wahnsinnig gefreut. Schließlich ist Aquarellieren eine meiner Lieblingstechniken. Aber das habt ihr sicherlich schon mitbekommen. In der letzten Zeit sind ja mehr als genug Projekte mit dieser Technik entstanden.

Da ich immer wieder Fragen zum Aquarellieren bekomme bzw. mir mitgeteilt wird, dass Nachmachversuche einfach nicht gelingen wollen, habe ich diesen Workshop etwas anders gestaltet als sonst. Normalerweise basteln wir gemeinsam 3-4 Projekte. Dabei stelle ich spezielle Verpackungsformen, vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Produkten oder aber eben die eine oder andere Technik vor. Beim Aquarellieren ist das aber meines Erachtens etwas anders. Man kann natürlich einfach drauflos werkeln und wird tolle Ergebnisse erzielen, denn es gibt kein Richtig oder Falsch bei dieser Technik … aber wenn man einen bestimmten Effekt erzielen (oder vermeiden) möchte, ist es sinnvoll zu wissen, wie was entsteht. Aus diesem Grund habe ich für den Workshop die kleinen aber feinen Unterschiede ausgearbeitet. Bevor wir unsere Projekte gestaltet haben, gab es ausreichend Zeit, um diese Feinheiten auszuprobieren und zu experimentieren.

Zum Nachlesen für die Workshop Teilnehmer und für all jene von euch da draußen, die sich fürs Aquarellieren interessieren, habe ich versucht, die wichtigsten Workshop-Inhalte einfach und plakativ zu Papier bzw. hier auf den Blog zu bringen. Projekte, die mit den jeweiligen Techniken entstanden sind, werde ich euch entsprechend einfügen bzw. verlinken.

grundsätzlich benötigte Basis – Materialien: 

  • Aquarellpapier
  • Aquapainter
  • Stampin‘ Spritzer
  • ein Stück biegsame jedoch stabile Klarsichtfolie (unsere Klarsichtfolie ist super. Es funktioniert aber auch mit einem Stück von einem Schnellhefter oder einem der Klarsichtstücken, auf denen unsere Klarsichtstempel kleben)
  • Archivstempelkissen in Schwarz
  • diverse farbige Stempelkissen. Die Stempelkissen jeweils im geschlossenen Zustand mehrmals zusammendrücken, so dass sich Stempelfarbe im Deckel sammelt
  • Küchenrolle
Technik 1: trocken mit nassem Pinsel

Nehmt mit einem Aquapainter aus dem Stempelkissendeckel Farbe auf und tragt diese auf trockenes Aquarellpapier auf. Den Wassertank dabei NICHT drücken. Die Farbe verteilt sich mehr oder weniger nur dort wo ihr sie auftragt. Es entstehen in der Regel KEiNE markanten Ränder. Diese Technik ist gut geeignet, wenn man z.B. Hintergrund Flächen für gestempelte oder embosste Sprüche gestalten will. Farben lassen sich so gut darstellen ohne komplett in einander zu verlaufen.

Beispiele:

jpp - aquarell technik nass auf trocken

verwendete Farben von links nach rechts: Rosenrot – Himbeerrot – Pflaumenblau

jpp - Aquarell Mini Dankeskarte InColors

Die Mini Dankeskarten haben wir beim Workshop als Beispiel für diese Technik gebastelt. Ich habe die neuen InColors verwendet und 5 verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten gezeigt.

jpp - Aquarell Mini Dankeskarte InColors 2

von links nach rechts: Marineblau – Jeansblau – Ozeanblau

jpp - Aquarell Mini Dankeskarte InColors 3

von links nach rechts: Minzmakrone – Smaragdgrün – Bermudablau

jpp - Aquarell Mini Dankeskarte InColors 4

von links nach rechts: Kürbisgelb – Pfirsich Pur – Osterglocke

jpp - Aquarell Mini Dankeskarte InColors 5

von links nach rechts: Melonensorbet – Flamingorot – Kirschblüte

(hier seht ihr, dass ich in der Mitte Flamingorot nochmals nachgetragen habe – und schwups – hatte ich einen Rand…)

jpp - Aquarell Mini Dankeskarte InColors 6

von links nach rechts: Aubergine – Pflaumenblau – zarte Pflaume

Wenn es nicht gelingen will… liegt es evtl. daran, dass nicht genug Farbe aufgenommen wurde oder der Pinsel nicht von selbst genügend Wasser abgegeben hat. Dann entstehen unerwünschte „Balken“ von nicht verlaufender bzw. nicht gleichmäßiger Verteilung der Farbe und / oder man bekommt „strohig“ aussehende Farbflächen. Die Tinte lässt sich dann quasi gar nicht verteilen. In diesem Fall einfach für mehr Flüssigkeit auf dem Pinsel sorgen. Entweder durch die Aufnahme von mehr Tinte aus dem Stempelkissen und/oder durch ganz zaghaftes Drücken des Wassertanks. (Achtung – wenn man drückt kommt meistens sehr viel Wasser. Am besten auf Schmierpapier austesten.)

jpp - Aquarell Technik nass auf trocken 2

Gelingtipp für Farbverläufe: Möchtet ihr einen Farbverlauf kreieren, bei dem noch alle einzelnen Farben gut zu erkennen sind und sich eine Farbe nahtlos an die andere anschließt, ist diese Technik super. Damit das Ergebnis schön wird, solltet ihr euch nicht so viel mit dem „Verblenden“ der Farbe beschäftigen. Das macht es nur schwieriger. Einfacher ist es, wenn ihr die gewünschten Farben einfach eine nach der anderen nebeneinander auftragt. Und zwar so, dass sich die Farben berühren und nur ganz geringfügig überlappen. Das Überlappen dient hierbei in erster Linie dazu dass keine hässlichen Übergangsräder entstehen. Zuletzt Farbe aus dem Aquapainter entfernen. (Dafür mit dem Aqaupainter so lange auf einem Stück Küchenrolle oder Schmierpapier malen, bis keine Frage mehr abgegeben wird.) Wenn alle Farben aufgetragen sind – diese im noch feuchten Zustand!!  – an den jeweiligen Übergängen nochmals ganz leicht verstreichen – idR ohne neue Farbe aufzutragen.

Hier noch ein weiteres Beispiel für diese Technik. Als Kunden Goodies gab es einen Stampin‘ Spritzer. Den habe ich mit einem aquarellierten tag verziert. Der Spruch aus dem (noch) aktuellen Gastgeberinnen Set „Aus der Kreativkiste“ war mal wieder perfekt! 🙂

jpp - Aquarell Gäste Goodie

Als Farben habe ich verwendet: (von links nach rechts: Türkis, Grasgrün, Osterglocke, Kürbisgelb, Glutrot.

Und wenn man schon mal dabei ist… eine andere tag-Version, für die sich sicherlich auch noch eine nette Verwendung finden wird…

jpp - aquarell tag - Farbe in mein Leben

Weitere Techniken samt Tipps und Tricks gibt es dann in den nächsten Tagen!