Halli Hallo ihr Lieben!

Hier kommt Teil 2 des virtuellen Aquarell Workshops.

Technik 2: nass auf nass

Bereitet eure Stempelkissen vor, in dem ihr sie in geschlossenem Zustand mehrmals zusammendrückt. Wenn ihr die Stempelkissen öffnet, solltet ihr nun Farbe im Deckel haben. Nehmt nun ein Stück Aquarell Papier und feuchtet dieses an. Dazu eignet sich ganz besonders gut unser mit Wasser gefüllter Stampin‘ Spitzer. Nach 3 Spritzern sollte euer Papier feucht sein. Alternativ könnt ihr natürlich auch das Papier mit dem Aquapainter (ohne Farbe) anfeuchten. Hierbei ist nur die Dosierung etwas schwieriger. Die Aquapainter geben mitunter unterschiedlich viel Wasser ab – in der Regel jedenfalls so viel, dass das Papier dann schon eher nass ist, nicht mehr nur feucht. Probiert es aber einfach aus. Ihr werdet schnell merken, wie sich Papier und Aquapainter „verhalten“. Nun nehmt ihr Farbe mit dem Pinsel auf und streicht diese auf das Papier. Wie bei der „nass auf trocken Technik“ erzielt ihr schöne Farbübergänge, wenn ihr Farben aneinanderreiht und nur geringfügig überlappen lasst.

Unterschiede zur „nass auf trocken Technik“:

Wird die Farbe nass auf nass aufgetragen ist die Farbintensität ein klein wenig anders. Dieser Unterschied ist allerdings hauptsächlich im noch nassem Zustand erkennbar. Da erscheinen die Farben blasser. Sobald das Papier trocknet, werden auch die Farben wieder intensiver. Lasst euch also nicht irritieren und probiert es am Besten vorher auf einem Reststück aus. Wie sehr die Farben nachdunkeln hängt allerdings teilweise auch von ihrer Pigmentieren ab. (Dazu werde ich euch später noch in einem anderen Beitrag etwas erzählen.) Bei der „nass auf nass Technik“ laufen Farben eher ineinander, sie verteilen sich von alleine auf einer größeren Fläche und die Ränder blenden etwas aus.

Beispiele:

jpp - Aquarell Workshop Teil 2 nass auf nass

jpp - tag Glücksstern 6

Tag mit einem nass auf nass Element. (Falls ihr euch über Größe und Form des tags wundert… das ist ein Teil von einem Tag-MIni-Album, an dem ich zur Zeit arbeite…)

jpp - Swirly Cards Flamingo & Peach

Nass auf Nass zusammen mit der Emboss-Resist-Technik, ganzflächig ohne Ränder.

jpp - Swirly Cards Flamingo & Peach 5

Nass auf Nass – wobei ich hier die äußeren Farbkleckse bewusst später gesetzt habe, (als das Papier schon fast trocken war) um die Ränder zu bekommen. Aber ihr seht, dass der ganze Teil unter der Rose / dem Swirl und am linken oberen Rand ein nahtloses Farbspiel ist.

Wenn es nicht gelingen will… und die Farben sich verfälschen, habt ihr vermutlich die Farben zu oft übereinander aufgetragen. Dann habt ihr euch sozusagen auf dem Papier neue Farben zusammen gemischt. Verläuft euch die Farbe zu viel, ist das Papier feuchter gewesen als gewollt. Habt ihr Ränder, die ihr nicht wolltet, habt ihr die Farben nicht aneinander bzw. nicht geringfügig übereinander angesetzt.

Gelingtipp zum Thema „feucht oder nass„: Die  Begriffe „feucht“ und „nass“ sind hier Anhaltspunkte, um die beschriebenen Resultate zu erzielen. Bei jedem kann das etwas variieren. Ein bisschen kommt es nämlich auch darauf an, aus welchem Abstand ihr das Papier besprüht und ob ihr gleichmäßig alle Teile des Papiers befeuchtet usw. (Ich halte den Stampin‘ Spritzer regelmäßig verkehrt herum und besprühe dann ungeplant meinen Arbeitstisch oder mich selber… 😉 ) Ebenso gibt es verschiedene Aquarellpapiere. Diese unterscheiden sich in ihrer Oberflächenstruktur und in der Fähigkeit unterschiedliche Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Ich nutze das Aquarellpapier von Stampin‘ Up!, habe aber mit anderen Aquarellpapieren bei gleicher Handhabung sehr ähnliche Ergebnisse erzielt. Hier müsst ihr ggf. einfach etwas rumprobieren.

Das Resultat eures Farbspiels hängt entscheidend von der Menge des Wassers ab, die ihr zugebt. Zum einen die Menge Wasser, mit der ihr VOR dem Auftragen der Farbe das Papier befeuchtet und / oder von der Menge Wasser, die ihr mit dem Aquapainter mit der Farbe zusammen abgebt. Damit ihr seht, was ich meine, hier noch ein paar Beispiele:

jpp - Aquarell Workshop Teil 2 nass auf nass 2

Dieses Papier habe ich wie gehabt mit 3 Spritzern angefeuchtet, dann Farbe aufgenommen und diese aufgetragen. Dabei habe ich dann den Aquapainter leicht gedrückt, sodass der Farbe mehr Wasser beigemengt wurde. Auf diese Weise verteilt sich die Farbe schneller über eine größere Fläche und blendet an den Rändern verstärkt aus. Die Farben wirken etwas blasser.

jpp - Aquarell Workshop Teil 2 nass auf nass 3

Bei diesem Beispiel seht ihr das Resultat nachdem ich Folgendes gemacht habe: Papier mit 5 Spritzern anfeuchten. (Wobei das Papier dann schon richtig nass ist.) Wieder Farbe aufnehmen, auf das Papier setzen und sehr viel Wasser durch Drücken des Aquapainters nachgeben. Die Farbe verteilt sich sehr schnell und unkontrolliert. Sie läuft quasi über das Papier. Die „Ausläufer“ und Ränder blenden bzw. fransen stark aus. Von der Optik her erinnert das Ergebnis stark an Batik-Objekte. Die Farben sind um einiges blasser.

Zusammenfassend – und an sich ja auch total logisch – je mehr Wasser im Spiel ist, desto heller das Farbergebnis (unabhängig davon ob ihr nun kräftige oder pastellige Farben nutzt.) Und: je mehr Wasser desto mehr verlaufen die Farben auf dem Papier. Gleichzusetzen mit: desto weniger lässt sich der Farbverlauf bzw. die Farbplatzierung kontrollieren.