Halli Hallo!

Hier kommt der dritte Teil der Online Version des Aquarell Workshops für euch. Heute habe ich folgende Technik für euch:

Technik 3: nass – trocken – nass

Vom Grundsatz her funktioniert diese Technik genau wie die „nass auf nass Technik“. Man wiederholt sie nur und baut einen Zwischenschritt ein. Nämlich das Trocknen. Hier nochmals zum Mitschreiben: feuchtet das Aquarellpapier mit dem Stampin‘ Spritzer an. Tragt dann mit dem Aquapainter Farbe auf. Jetzt trocknet ihr das Papier. Idealerweise benutzt ihr dazu den Embossingfön. Zum einen geht es dann schön schnell und zum anderen lassen sich damit Effekte erzielen, die beim „Luft-Trocknen“ nicht möglich sind. Nachdem ihr die Farbe trocken gefönt habt, befeuchtet ihr das Aquarellpapier erneut mit dem Stampin‘ Spritzer. (Es soll nur so feucht sein, dass sich die nächste Farbschicht gut verteilen lässt, nicht dass die bereits vorhandene Farbschicht sich wieder verflüssigt. Ich nehme meine bewährten 3-4 Spritzer) Nun wieder Farbe mit dem Aquapainter auftragen. Das Ergebnis sieht dann so aus:

jpp - Aquarell Technik nass-trocken-nass

Sofern ihr die weiteren Farbschichten direkt auf den darunterliegenden auftragt, wird der Farbton immer satter und kräftiger.

Jetzt wird`s kreativ: wenn ihr die Farbe der zwei Schichten nur teilweise überlappen lasst, ergeben sich ganz andere Effekte als wenn ihr die Farben bewusst übereinander auftragt. Hier ein Beispiel:

jpp - Weltweisheiten 20

Bei diesem Motiv (Cover für ein Zitate-Mini-Album) habe ich bewusst nur teilweise die Farben übereinander gesetzt. Außerdem habe ich mit zwei unterschiedlichen Farben gespielt und auf diese Weise wieder einen neuen Look erzeugt. Die „Nasen“, die ihr seht, habe ich gemacht, in dem ich die nassen Farbtropfen auf dem Papier mit dem Fön „geschoben“ habe.

Tolle (und schnelle) Variante: nass-trocken-nass mit Hilfe von Klarsichtfolie

Bei dieser Technik-Variante benutzt ihr zum Auftragen der Farbe nicht den Aquapianter sondern ein Stück Klarsichtfolie. Welche Folie ihr benutzt ist eigentlich egal – Hauptsache sie ist durchsichtig (damit ihr seht wie sich die Farbe verteilt), stabil und dennoch flexibel. Also nichts Starres. Die Klarsichtfolie von Stampin‘ Up! ist super geeignet. Ein Stück Schnellhefter tut es auch. Ich persönlich nutze immer eine der Schutzfolien von unseren Klarsichtstempeln. 🙂

Um Farbe auf die Folie zu bekommen dätscht (ja, das ist ein Wort!) ihr sie einige Male in das Stempelkissen. Achtung! Jetzt müsst ihr die Farbe noch nass machen. Dafür die Farbe auf der Folie mit dem Stampin‘ Spritzer besprühen. Und zwar so richtig! Es heißt ja schließlich nass – trocken – nass! Sprüht 5-7 Mal – bis die Farbe Tropfen bildet. (Sprüht ihr zu viel, fängt die Farbe auf der Folie an zu laufen. Das ist nicht weiter schlimm – macht nur eine riesige Sauerei. 😉 ) Nun setzt ihr die Folie auf das feuchte Aquarellpapier und bewegt es hin und her. So könnt ihr die Farbe über das Papier schieben. Absetzen und wieder Auflegen erzeugt Kleckse oder Ränder. Steffi von Stempelwiese nutzt auch gerne die Klarsichtfolie. Sie hat dazu ein tolles Video gemacht.

Gelingtipp: Bevor ihr den Vorgang wiederholt, reinigt die Klarsichtfolie mit einem Stück Küchenkrepp oder einem alten Lappen o.ä. Auch dann, wenn ihr nochmal die selbe Farbe nutzen wollt. Legt ihr die nasse Folie erneut auf euer Stempelkissen, kann es schnell passieren, dass ihr der Stempelfarbe zu viel Wasser beimischt. Aus gleichem Grund geht ihr ja auch nicht mit dem Aquapainter aufs Stempelkissen, sondern nehmt die Farbe aus dem Deckel auf. Ist eure Folie komplett trocken, weil ihr die Farbe restlos auf dem Papier verteilt habt, ist diese Prozedur natürlich nicht nötig.

Hier jetzt die Karte, die wir beim Workshop mit dieser Technik gemacht haben: Ihr könnt die zwei Lagen gut erkennen.

jpp - Watercolor MIni Card Du bist 2

Der Schriftzug stammt aus dem Set „Fantastische Vier“ und wurde in schwarz embosst. Ich wollte unbedingt einen starken Kontrast zu den leuchtenden Farben. Deshalb habe ich auch eine Lage schwarzes Papier und eine Lage vom jeweils passenden Farbkarton hinter das Aquarellpapier geklebt.

jpp - Watercolor MIni Card Du bist 4

Die Geister scheiden sich, ob es besser ist, vor oder nach dem Aquarellieren zu embossen. Ich persönlich mache das vom Projekt abhängig. Manchmal möchte ich die Farbe bzw den Farbverlauf um einen Schriftzug oder Motiv herum gestalten – dann ist es definitiv besser, vorher zu embossen. Bei manchen Projekten spiele ich erst mit der Farbe und entscheide danach, wohin ich am Besten die Schrift setze …

jpp - Watercolor MIni Card Du bist 1

Als Verzierung für die Karte habe ich zwei Mini Schmetterlinge übereinander geklebt. Einen farblich passenden und darüber einen schwarzen. Hinzu kamen dann jeweils ein schwarzer Stein, (noch übrig von einem Halloween-Kit vom letzen Jahr) und ein paar normale Strasssteine. Damit die Innenseite nicht so nackig ist, habe ich dort verspiele Ränder mit einem der schwarzen Project Life Marker gezeichnet und in eine Ecke noch einen der süßen Pünktchen gesetzt. (Letztere werde ich sehr vermissen … schnief.)

jpp - Watercolor MIni Card Du bist 3