Kennt ihr das? Ihr habt Ewigkeiten an dem Entwurf einer Karte getüftelt; habt überlegt, wie ihr eine Idee in die Tat umsetzt; habt gefühlte Jahre an einer einzigen Karte gesessen…. und dann hat es nicht funktioniert. Eine Karte für die Tonne!!! Grrrrr…. !!!!

So geschehen mit dieser Karte hier. Bevor sie in die Tonne wandert, dachte ich mir jedoch, ich könnte euch ja auch mal zeigen, wie es aussieht, wenn es nicht funktioniert. Und woran es liegt, wenn das Resultat nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.

jpp - crabby card

So, was ist es denn eigentlich, was mich an dieser Karte stört? Zu allererst wäre da der Hauptdarsteller – die Krabbe. Den Stempel finde ich allerliebst – und deshalb sollte die Karte sich um dieses süße Krabbelvieh drehen. Ich wollte eine rote Krabbe – und zwar eine schattierte. Da mein Hintergrund schon auf Aquarellpapier entstanden ist, wollte ich „glattes“ Papier für die Krabbe. Auf glattem Papier aquarelliert es sich jedoch nicht ganz so gut. Somit habe ich zu den Mischstiften gegriffen. Mit denen sollte man jedoch nicht so umgehen, wie mit den Aquapaintern. In meinem Fall heißt das, nicht tausend mal mit Farbe nacharbeiten, um einen gewünschten Farbverlauf bzw. eine Schattierung zu bekommen. Denn mit den Mischstiften rauht man auf diese Weise das Papier auf – bis es aussieht wie ein alter Pulli mit Pilling-Knötchen. Beim Arbeiten mit den Mischstiften gilt: weniger ist mehr. Weniger übereinander malen, dafür mehr die Farbe „auslaufen lassen“. Soll heißen: Farbe aus dem Stempelkissen mit dem Mischstift aufnehmen. Auftragen (da wo der dunkelste Ton hin soll) und immer heller werdend malen. Möglichst NICHT noch mal rüber gehen.

jpp - crabby card 1

Der Strand hat auch nicht ganz so funktioniert, wie ich es mir gedacht hatte. Ich habe mir nämlich ein Stück Farbkarton in Savanne genommen, das die gleiche Breite hat, wie die Karte bzw. das Aquarellpapier. Dann habe ich die Ränder in Form gerissen und mit dem Schwämmchen Schatten erzeugt. Durch das Reißen ist das Papier natürlich kürzer geworden und reichte nicht mehr ganz von Seite zu Seite. Der aquarellierte Horizont sollte sich jedoch nicht mit dem darunter liegendem „Wasser“ treffen. Das habe ich zwar mit etwas Drehen erreicht, jedoch ist jetzt der Strand – und somit die gestempelte Schrift schief. Und obendrein schließt die glatte Seite links nicht mehr bündig ab. Mist, verflixter. (Hätte ich es früher gesehen, hätte ich ggf. den gesamten linken Rand kürzen können, aber wenn was schief geht, dann doch immer alles, oder?! ) Jedenfalls sollte man beim In-Form-Reißen von Papier berücksichtigen, dass sich das Papier dadurch mitunter arg verkürzt.

Zu guter Letzt wären da noch die missglückten, transparenten Wölkchen. Um nicht den Himmel bzw. den Sonnenschein mit lauter dicken Wolken zu verhängen, hatte ich mir leichte, transparente Wölkchen vorgestellt. Diese wollte ich nur andeuten und habe mit einem weiß eingefärbten Schwämmchen die ausgestanzten Wolken (aus der Baumstanze) nur ganz leicht umranden wollen. Jetzt habe ich nur trübe Ränder, bei denen nicht einmal die Wolkenform erkennbar ist. Ich hatte sogar kurz das Kind verdächtigt, dass sie ihr Wasserglas auf meiner Karte abgestellt und so unschöne Ränder verursacht hat… tztztz. Ich böse Mami. Für die Zukunft daran denken, das Schattierungen, die man um ein Motiv herum mit einem Schwämmchen erzeugen möchte, eine gewisse Fläche einnehmen, die im Gesamtbild als Effekt stimmig sein muss.

Ja, ihr Lieben. Das war sie, meine kleine „How not to – Beichte“. Hoffentlich gelingt euer nächstes Projekt so, wie ihr es euch vorstellt!! Und wenn nicht – nicht ärgern, sondern Käffchen trinken und ab zurück an den Basteltisch! So mache ich das jetzt. Schönes Wochenende!!

Materialliste: Farbkarton Flüsterweiß, Savanne. Aquarellpapier. Stempelkissen: Aquamarin, Türkis, Bermudablau, Osterglocke und Glutrot. Memento Schwarz und Craft Weiß. Mischstift. Stempelset: you´re sublime.