ENDLICH zeige ich euch mal eines der Junk Journals, die ich gemacht habe. Es ist das Malta Travel Junk Journal Sun and Sand, das ich für die Klassenreise meines Kindes gemacht habe. Für die, die davon noch nie gehört haben: Junk Journals sind (frei übersetzt) Notiz- oder Tagebücher aus Müll bzw. aus Überflüssigem. Also aus Dingen, die andere wegschmeißen würden. Junk Journals zu kreieren ist eine meiner neuen Leidenschaften. Zum einen, weil ich ja eh eine besondere Schwäche für Minialben habe, die auch Büchern ähneln und der Dokumentation von Erinnerungen dienen. Zum anderen bin ich quasi aus einer Notwendigkeit heraus zu den Junk Journals gekommen.

Ich habe nämlich zu viel Zeugs! Ich horte schon ewig Dinge, die ich schön finde und die ich meine, irgendwann einmal verwenden zu wollen. Teilweise schon seit meiner Kindheit. Das fängt bei schönem Schleifenband und Geschenkpapier an und endet bei verrückten Dingen wie kaputtem Schmuck, Stoffresten und Metallteilen. Als ich letztes Jahr vorübergehend ausziehen musste und sage und schreibe 30 Umzugskartons voller Bastelmaterial hatte, habe ich mir geschworen, dass ich entweder eine konkrete, sofortige Verwendung für den Kram finde oder ihn weggebe bzw. wegschmeiße. Und just in diesem Moment hatte ich in einem Video zum ersten Mal ein Junk Journal gesehen. Und da war sie: meine konkrete, sofortige Verwendung. Und heute, fast 1 Jahr später, zeige ich euch zum ersten Mal ein fertiges Werk.

Als Format habe ich ein Buch mit einer Ringbindung gewählt. Schlichtweg, weil ich das Buch nicht NACH sondern VOR der Reise erstellt habe. Ich wollte möglichst schon einiges an Inspiration vorweg liefern, so dass mein Kind Lust und Ideen an der Hand haben würde, um das Buch mit vielen Erinnerungen füllen zu wollen. Somit war nicht abzusehen, wie viele Fotos am Ende in das Buch kommen oder was in welchem Umfang dokumentiert würde. Eine Buchring-Bindung bot am meisten Flexibilität, um ggf. Seiten zufügen zu können.

Als Farbschema habe ich Sandfarben und Gelb gewählt. Dazu Blau und etwas schwarz als Akzente. Stilmäßig wollte ich die Brücke schlagen zwischen einem modernen und dem Vintage Stil.

Das Cover

Für das Cover habe ich verschiedene Motive und Bilder aus einem Reisekatalog und aus einem alten Malta-Reiseführer verwendet und diese zu einer Collage zusammengesetzt. Der Polaroid Rahmen dient als Hingucker und setzt das Boot und den Bus etwas in Szene – denn diverse Bootsausflüge und Busfahrten standen auf dem Programm. Während die Jahreszahl ausgestanzt wurde, stammen die Holzbuchstaben für den Titel aus meinem Bestand.

Seite 1 und 2

Für die erste Innenseite habe ich mir aus dem Internet eine Karte von Malta ausgedruckt und diese mit der Wischtechnik auf „alt“ getrimmt. Aufgelockert habe ich das Ganze mit ein paar weiteren ausgeschnittenen Fotos aus besagten Broschüren und Katalogen.

Seite 3 und 4

Die zweite Doppelseite war dem ersten Tag, also der Anreise gewidmet. Als Hintergrund habe ich eine Seite eines alten Schulatlasses aufgeklebt und Start, Strecke und Ziel gekennzeichnet. Links befindet sich noch eine aufklappbare Lasche, ein Platz für verstecktes „Journaling“, für Aufzeichnungen also.

Auf der rechten Seite habe ich eine Tasche aus gelbem, transparentem Vintage Stoff aufgenäht. Darin befindet sich ein Mini Booklet mit einigen Fakten über Malta. Sollte so was wie ein Pocket-Guide sein, denn mir war klar, dass das Kind unterwegs nicht das große Journal mitschleppen würde. Außerdem enthält die Tasche noch einen Umschlag und eine sogenannte Journaling Card.

In dem Mini Büchlein habe ich wieder Informationsfetzen und Bildchen aus Katalogen und Broschüren verwendet.

In der eingenähten Tasche befand sich auch noch ein Umschlag in dem eine Packliste enthalten ist. Diese ist ein lustiges Stück Ephemera, das das Reise-Thema unterstützt und bietet gleichzeitig auf der Rückseite Platz für Aufzeichnungen.

Zwischen den zwei Seiten habe ich noch kleinere Gimmiks aus Reststücken eingearbeitet. Auf der Rückseite des  geprägten Farbkartons befindet sich eine Malta-Bucketlist. Der Papierfetzen „Festa“ soll auch ein klitzekleiner Ort sein, um einen besonderen Party-Moment festzuhalten. Denn eine Klassenfahrt ist ja schließlich eine große Party. Hihi.

Seite 5 und 6

Die nächste Doppelseite war für das Hotel und den Ort bestimmt. Hier ist Platz für Fotos vom Zimmer und auch für die ersten Eindrücke. Letztlich hat das Kind die Zimmer aufgezeichnet, was besonders toll aussieht. Fotos können wir trotzdem noch zufügen, da sie sich ja einfach einheften lassen.

Zwischen den Seiten habe ich noch eine kleine Tasche aus einer Seite des Reiseführers gewerkelt. In dieser steckt ein   kleines Infoblatt mit Cafés, Restaurants und Läden in der Umgebung. Etwas, was für den Aufenthalt nützlich sein könnte, aber ggf. auch wieder entfernt werden könnte, falls es sich als uninteressant entpuppt.

Seite 7 und 8

Tag 2 sollte auf Seite 7 und 8 festgehalten werden. Auf der Agenda stand ein Ausflug in die Hauptstadt Valletta. Auf beiden Seiten befinden sich „pockets“, also eingearbeitete Laschen, in die Dinge gesteckt werden können. Journaling Cards sowie eine kleine Valletta-Info-Broschüre zum Mitnehmen haben in diesen pockets Platz gefunden. Später kommen noch Fotos hinzu.

Seite 9 und 10

Die nächste Doppelseite habe ich dem Strand gewidmet. Darauf haben sich die Kids natürlich ganz besonders gefreut. Deshalb dachte ich, es würde später viele Eindrücke und Fotos von diesem „Badeurlaub-Teil“ der Reise geben.

Links habe ich eine Pocket kreiert und zusätzlich noch einen Umschlag zu einer aufklappbaren Lasche integriert. Platz für viele Fotos und Aufzeichnungen.

Rechts kam eine tropische Kulisse zum Einsatz, bestehend aus einem alten Kalenderblatt.

Dazwischen ein halb hohes Blatt für Fotos. An das Blatt habe ich eine Ziplock Tüte geheftet, um das Kind daran zu erinnern, Sand mitzubringen. Daraus wollte ich ihr später ein Shakerelement für das Journal machen. Leider traf das Kind auf Malta nur auf Steine und Felsen, nicht auf Sand… Nun ja.

Seite 11 und 12

Am dritten Tag stand u.a. ein Ausflug zur blauen Grotte auf dem Programm – samt Bootstour. Deshalb habe ich für diese Doppelseite auch ein altes DSP mit Wasseroptik gewählt. Hinter die gelben Papierstreifen kann man wieder Journaling Karten und Fotos klemmen.

Seite 13 und 14

Für den 4 Tag habe ich einfach fröhliche, sonnige Motive gewählt. Links gibt es eine Pocket, rechts wieder einen ausklappbaren Umschlag.

In dem Umschlag habe ich 2 Travel Log Karten platziert. Diese habe ich selbst entworfen, um das Kind zu ermuntern, auch solche Details wie besuchte Orte und ihre Ausgaben zu dokumentieren. Jetzt findet sie das bestimmt noch nicht so interessant. Aber wenn sie in 20 oder 30 Jahren nachschlagen kann, was ein Busticket oder eine Postkarte samt Briefmarke gekostet hat, ist das dann garantiert spannend.

Seite 15 und 16

Die Seiten für den letzten Tag sind eher modern gehalten und haben auch wieder Einstecktaschen. Im Nachhinein sind diese mit recht viel Erinneungstexten gefüllt. Das Kind hatte sich nämlich am letzten Abend den Fuß verletzt, hat die halbe Nacht im Krankenhaus verbracht, konnte nicht laufen und bekam am Flughafen den Status „Medical Transport“. Sie wurde per Lift ins Flugzeug gehoben, da sie die Treppen nicht hätte nehmen können. War alles sehr aufregend. (Und schmerzhaft.)

Rückseite

DIe Rükseite des Junk Journals besteht aus einem einzigen Motiv. Ein tolles Retrobild, das ich in einem Reisekatalog gefunden habe. Es passte so perfekt ins Farbschema und strahlt die „Life’s a beach“ – Lebensfreude aus!

 

Das war’s, ihr Lieben. Ich hoffe, euch gefällt diese Art Reise-Tagebuch. Ich arbeite bereits an diversen anderen. Fertig gestellt sind schon ein paar andere Journals. Unter anderem ein gebundenes Junk Journal das als „Mind-Style-Tagebuch“ konzipiert ist. Sobald ich es fotografiert habe, kommt dazu auch ein Beitrag. Als nächstes folgen aber erst einmal wieder ein paar Karten…